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Cobots: Neue Technologien nutzen und nicht weiter auf Altbewährtes setzen

24/05/2021

Die virtuelle Inbetriebnahme und auch die simulative Überwachung einer laufenden Maschine haben sich heutzutage in den meisten Unternehmen bereits etabliert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Während der gesamten Entwicklungsphase können alle Pläne bereits virtuell umgesetzt und getestet werden. Die Simulationssoftware iPhysics des Münchner Simulationsexperten machineering GmbH & Co.KG bietet so die Möglichkeit, Fehler frühzeitig im Entwicklungsprozess zu erkennen, diese zu vermeiden und die optimale Lösung zu finden. Damit verkürzen sich die Durchlaufzeiten der Maschine deutlich und die zeitgerechte Auslieferung an den Betreiber ist sicher gestellt. Mit der realen Inbetriebnahme wird zudem der digitale Zwilling zum Leben erweckt. Das virtuelle Pendant zur realen Maschine ermöglicht die simulative Überwachung der Maschine, sichert vor Maschinenausfällen und auch Erweiterungen oder Änderungen an der Maschine können so vorab virtuell getestet werden. Eine Technologie, die sich in vielen Branchen inzwischen bewährt hat.

Daher muss man sich die Frage stellen, warum diese technologischen Möglichkeiten nicht immer eingesetzt werden, wann immer es machbar ist.

Cobots werden derzeit immer mehr Unternehmen eingesetzt. Im besten Fall schon bei der Entwicklung in Form der virtuelle Inbetriebnahme, aber auch der digitale Zwilling zur Überwachung des laufenden Betriebs.

Gerade bei Cobots ergeben sich noch andere Herausforderungen: dadurch, dass diese Roboter tatsächlich mit Menschen kollaborieren, sind die Sicherheitsvorkehrungen und -Vorschriften enorm hoch. Jeder Cobot muss von der Berufsgenossenschaft bzw. dem TÜV zertifiziert werden, wobei die Vorschriften oftmals nicht ausreichend nachvollziehbar sind. Genau diese Tatsache schreckt immer noch viele Unternehmen ab. Dies betrifft vor allem mittelständische Unternehmen,  die vor der doch hohen Investitionen zurückschrecken. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten werden könnten und so die Investition obsolet sein könnte. Im schlimmsten Fall wird einfach einen Zaun um den Cobot gebaut und damit der Sinn verfehlt.

Genau hier liegt das Dilemma: Die entsprechende Technologie, also die Simulation sowie die virtuelle Inbetriebnahme und der digitale Zwilling sind inzwischen absolut etablierte Technologien im Maschinenbau und in der Industrie. Wir müssen an den Punkt kommen, das Simulationsmodelle als Referenzen für Maschinen gelten. Eben auch oder gerade für die Zertifizierung durch die Berufsgenossenschaft. Simulationsmodelle müssen als nahezu perfektes Abbild basierend auf Echtzeitdaten und den realen Maschinendaten wahrgenommen werden und auch als solche der Zertifizierungsprozesse integriert werden. Daher wäre es nur der nächste logische Schritt, Cobots zukünftig nur noch in Kombination mit einer entsprechenden Simulationssoftware ausgeliefert werden dürfen. Damit würde die virtuelle Inbetriebnahme zur Pflicht werden. Die Cobots kämen im Optimalzustand zum Betreiber und könnten so jederzeit in Echtzeit parallel zum zu realen Maschine unter höchstmöglichen Sicherheitsbedingungen betrieben werden. In dem Moment, wo die begleitende Simulationssoftware zum Pflicht werden würde, könnte auch keiner mehr von Wettbewerbsvorteil oder -Nachteil sprechen. Dafür müssen allerdings Lobbys aufgebrochen, Bedenken ausgeräumt und Gesetzesvorgaben angepasst werden. Es ist einfach schade, dass eine etablierte vorhandene Technologie aufgrund von nicht nachvollziehbaren Bedenken ignoriert wird und so die Unternehmen vor teilweise unlösbare Aufgaben gestellt werden.

Wir von machineering haben dazu mit Katja Caspari, Digitalisierungsexpertin und Mitglied in einem Expertengremium gesprochen. (Interview)

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