Engineering im Jahr 2030: Warum Simulation nicht mehr optional sein wird

26/02/2026

Markt für Simulationssoftware verzeichnet ein starkes Wachstum

Steigende Systemkomplexität, ein wachsender Softwareanteil, verkürzte Innovationszyklen und zunehmende Variantenvielfalt werden die Anforderungen an das Engineering grundlegend verändern. Was heute noch als fortschrittlich gilt, wird bis 2030 zwingende Voraussetzung sein:  eine durchgängige, integrierte Simulation über den gesamten Entwicklungsprozess hinweg sein. Simulation wird vom Spezialwerkzeug, das von einzelnen Experten genutzt wird zur notwendigen Grundlage eines erfolgreichen Engineerings. Das zeigen auch Marktprognosen. 

Wie sehen Unternehmen im Jahr 2030 konkret aus, die Simulation bereits durchgängig einsetzen?

Sie entwickeln Mechanik, Elektrik und Software nicht mehr sequenziell, sondern parallel in einem gemeinsamen Modell. Entscheidungen basieren auf validierten Simulationsdaten statt auf Annahmen. Der digitale Zwilling ist nicht Dokumentation, sondern Arbeitsgrundlage.

Komplexität beherrschbar machen

Schon heute sind Maschinen und Anlagen keine rein mechanischen Systeme mehr. Es sind komplexe Gesamtsysteme, in denen Mechanik, Elektrik, Antriebstechnik, Regelung und Software untrennbar miteinander verbunden sind.

Klassische Entwicklungsmodelle stoßen dabei an ihre Grenzen. Wenn Konstruktion, Analyse, Programmierung und Inbetriebnahme nacheinander abgearbeitet werden, verschiebt sich die eigentliche Validierung zu weit nach hinten im Prozess. Fehler werden erst spät erkannt, die daraus resultierenden Änderungen sind teuer und die knappen Zeitpläne geraten unter Druck.

Eine Simulation verlagert diese Absicherung in die frühe Entwicklungsphasen. Das gesamte Systemverhalten wird bereits während der Konstruktion analysierbar. Bewegungsabläufe, Lastfälle, Regelstrategien und Interaktionen können jederzeit überprüft werden, lange bevor physische Hardware existiert. Dadurch wird die Komplexität nicht reduziert, aber beherrschbar.

Wie arbeiten Unternehmen 2030, wenn Simulation nicht mehr ein Add-on, sondern die Basis ist?

Statt dokumentenbasiert arbeiten sie modellbasiert. Der digitale Zwilling wird somit zur zentralen Entwicklungsumgebung mit integriertem Projektmanagement. 

Der digitale Zwilling wird zur primären Arbeitsumgebung

Bis 2030 wird der digitale Zwilling nicht mehr nur ein zusätzliches virtuelles Modell sein, sondern fungiert als zentrales Pendant des Produkts. Das reale System folgt dem digitalen Modell und nicht mehr umgekehrt.

Ein funktionsfähiger digitaler Zwilling umfasst mehr als nur eine Kopie der realen Maschine, sondern auch Geometrie- und Strukturdaten, Kinematik und Dynamik, Antriebs- und Energiemodelle, Steuerungs- und Regelungslogik und Szenarien zur Validierung von Betriebszuständen.

 

Darstellung der virtuellen Inbetriebnahme mit iPhysics: Die reale SPS-Steuerung wird mit einem physikbasierten digitalen Zwilling gekoppelt. Im Gegensatz zur klassischen Simulation werden hier echte SPS-Programme unter realistischen Bedingungen getestet und das funktionale Verhalten der Maschine validiert

Doch erst durch eine Simulation wird der digitale Zwilling einsatzfähig. Er wird dabei zur Testumgebung, zum Optimierungstool und zur Kommunikationsplattform zwischen den beteiligten Teams. Ohne Simulation bleibt der digitale Zwilling statisch, erst mit Simulation wird er zum aktiven Bestandteil der Wertschöpfung.

Virtuelle Inbetriebnahme als Standard

Auch die virtuelle Inbetriebnahme wird bis 2030 kein optionaler Projektschritt mehr sein. Die Steuerungssoftware wird zwingend gegen das Simulationsmodell getestet, lange bevor die reale Maschine verfügbar ist.

Das verändert die Projektlogik grundlegend, weil sich so Mechanik und Automatisierung parallel entwickelt können. Auch werden Fehler in Abläufen oder Signalverknüpfungen frühzeitig erkannt und die Inbetriebnahmezeiten vor Ort reduzieren sich signifikant. Damit werden Projektrisiken kalkulierbar.

Ohne Simulation wäre die Inbetriebnahme der entscheidende Engpass am Ende des Projekts. Mit Simulation wird sie zu einem fortlaufenden Prozess über den gesamten Entwicklungszyklus hinweg.

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Geschwindigkeit wird zum entscheidenden Faktor

Die Time-to-Market wird im Jahr 2030 einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren sein. Denn neue Maschinen müssen nicht nur leistungsfähig sein, sondern schneller verfügbar als vergleichbare Lösungen.

Simulation wirkt hier als Beschleuniger, denn virtuelle Varianten können digital getestet werden, ohne physische Umbauten vorzunehmen. Bewegungsprofile lassen sich damit bereits optimieren, bevor die Hardware erstellt wird. Spezielle Fälle können simuliert werden und Entwicklungsentscheidungen basieren auf Simulationsmodellen statt auf reinen Annahmen oder Erfahrungswerten.

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind Systemfragen

Aus Informationen zum Energieverbrauch oder Lastspitzen entstehen Informationen zur Bewegungsdynamik, Regelverhalten und mechanischer Auslegung. Ohne eine Simulation lassen sich diese Effekte nicht ausreichend bewerten.

Bis 2030 werden vor allem die regulatorische Anforderungen und der wirtschaftliche Druck eine Anpassung erzwingen. Energieeffizienz wird bis dahin ein entscheidendes Entwicklungsziel sein und nicht nur eine Option.

Simulation als Plattform – nicht als Insellösung

Entscheidend ist nicht, welche einzelnen Funktionen die Simulationssoftware hat, sondern wie sich die Software in die bestehende Engineering-Umgebung integrieren lässt. Simulation muss daher mit CAD-Daten, Steuerungssystemen, Automatisierungswerkzeugen und Datenmanagementsystemen verbunden sein.

Denn eine integrierte Plattform ermöglicht konsistente Datenmodelle, durchgängige Versionierung, reproduzierbare Testszenarien und disziplinübergreifende Zusammenarbeit.

Simulation wird damit zur verbindenden Element im Engineering-Prozess. Sie schafft eine gemeinsame Basis für Konstruktion, Automatisierung und Absicherung.

2030 beginnt schon heute

Simulation wird im Jahr 2030 keine Option mehr sein, sondern eine Grundvoraussetzung. Unternehmen, die sie nur punktuell einsetzen, werden auf dem Markt nicht lange bestehen können.

Die strategische Frage lautet daher nicht, ob Simulation eingesetzt wird, sondern wie tief sie in Prozesse, Methoden und Plattformarchitekturen integriert ist.

Engineering im Jahr 2030 ist modellbasiert, vernetzt und simulationsgetrieben. Wer heute beginnt, Simulation als durchgängige Infrastruktur zu etablieren, schafft die Grundlage für effiziente und zukunftsfähige Entwicklungsprozesse.

Fazit: Engineering-Unternehmen 2030

Wie sehen Unternehmen 2030 aus, die Simulation bereits durchgängig einsetzen?

  • Simulation begleitet jede Entwicklungsentscheidung.

  • Virtuelle Inbetriebnahme ist integraler Bestandteil des Projekts.

  • Varianten werden digital validiert, bevor Hardware entsteht.

  • Der digitale Zwilling ist operative Realität.

Diese Unternehmen reagieren schneller, reduzieren Risiken systematisch und verkürzen ihre Entwicklungszyklen messbar.

Übersicht Marktentwicklung Simulation Software Markt bis 20233
Übersicht Marktentwicklung Simulation Software Markt bis 20233, https://www.grandviewresearch.com/industry-analysis/simulation-software-market

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